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ÜBER FF MERAN

„Fast 40.000 Bewohner der Stadt Meran verlassen sich auf die Freiwillige Feuerwehr Meran. Das ist eine große Verantwortung, doch meine Männer tragen diese mit Stolz und sind jederzeit für den Nächsten da. Sie lassen alles liegen und stehen und eilen zum Einsatz. Gemeinsam geben wir alles, damit andere nicht alles verlieren.“

Kommandant Alfred Strohmer

Die Feuerwehr Meran gilt als einsatzstärkste freiwillige Feuerwehr in Südtirol. Jährlich werden durchschnittlich 500 bis 600 Einsätze abgearbeitet, der Schwerpunkt lieg dabei seit vielen Jahren bei den technischen Einsätzen. Sie machen rund 90 % der „täglichen Arbeit“ der Wehrmänner aus. Genaueres ist aus der Jahresstatistik entnehmbar. 

Um für jegliche Herausforderung bereit zu sein, bedarf es einer fundierten Feuerwehrausbildung, gesundheitlicher Eignung und körperlicher Fitness. Sowie große Bereitschaft für intensives Üben. 
Jährlich leistet die Feuerwehr Meran rund 20.000 ehrenamtliche Stunden bei Nachtdiensten, Lehrgängen, Übungen, Einsätzen und Brandverhütungsdiensten. 

Neben dem Pflichtbereich, dem Stadtzentrum Merans, versorgt die FF Meran als Bezirksstützpunktwehr den gesamten Bezirk Meran mit Sondereinsatzgeräten

Den derzeit 65 aktiven Wehrmännern der Meraner Feuerwehr stehen für ihren Einsatz 15 Einsatzfahrzeuge im Gerätehaus in der Leopardistraße zur Verfügung.


 

GESCHICHTE beginnt vor mehr als 150 Jahren!

DIE KURSTADT
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Die Geschichte der Südtiroler Stadt Meran ist ungewöhnlich: angefangen von ihrem Aufstieg zur Hauptstadt des Landes Tirol, über ihren Niedergang zum bescheidenen „Kuhstadt’l“ bis zur neuerlichen Bedeutung als „Kurstadt mit Weltruf“ und als Tourismusmetropole. Bis heute gilt Meran als moderne, international anerkannte Kur- und Kongressstadt. Berühmt ist das große Kurhaus, der angrenzende Kurpark mit mediterraner Flora, eine historische Altstadt und zugleich romantische Luxushotels. Das alles inmitten einer herrlichen Gebirgslandschaft rund um die Stadt herum.

ÄLTESTE AUFZEICHNUNG
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Die älteste uns erhaltene Aufzeichnung über das Feuerlöschwesen ist die Meraner Feuerordnung, die bald nach dem großen Stadtbrand im Jahr 1339 von der Landesfürstin Margarethe Maultasch erlassen wurde. Bis zur Gründung der Feuerwehr Meran dauerte es aber noch mehr als 500 Jahre. 

TURNFEUERWEHR
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Die ungewöhnliche Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Meran nimmt mit der endgültigen Einführung einer städtischen Feuerlöschordnung seinen Lauf. Im Herbst des fernen Jahres 1867 wurde in Meran durch die Mitglieder des kurz vorher entstandenen Turnvereins eine Turnfeuerwehr gegründet. 

Ein Jahr später wurde die Freiwillige Feuerwehr Meran offiziell im Jahr 1868 gegründet. Die Turnhalle im Burghof wurde der Gruppe überlassen und somit wurde sie zur ersten Feuerwache der Wehr.

WELTKRIEGSZEIT
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Von der Gründerzeit an in stetem Aufbau begriffen, lichteten zwei Weltkriege und faschistische Willkür die Mitgliederreihen. So kam es im Jahr 1925 zur Auflösung der Wehr. Alle Löschgeräte, Uniformen und Ausrüstungen werden von der italienischen Präfektur per Dekret enteignet. Eine Gemeinde bzw. Berufsfeuerwehr wird eingesetzt. Es herrschte damals aber eine gewisse Besorgnis, dass diese Wehr bei einem Großfeuer nicht genügen würde.

NEUBEGINN UND WIEDERAUFBAU
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Aus Schutt und Asche entstand mit Ende des Krieges neues Leben. Im November 1943 gab die oberste Verwaltungsbehörde des Landes die Weisung, die Freiwillige Feuerwehr Meran wieder aufzubauen, welche dann bis nach dem Krieg mit der Berufsfeuerwehr zusammenarbeitete. Uniformen und Geräte, welche 1925 beschlagnahmt worden waren, konnte man nicht mehr bekommen. Der Feuerwehr-Pionier, späterer Löschinspektor und Bezirksfunktionär, Josef Mayr war federführend. 

AUFRÜSTUNG
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Im Jahr 1947 gelang es eine Halle des Rathauses, welche bis dahin als Werkstatt genutzt wurde, als Feuerwehrhalle umzubauen. Im Jahr 1948 zeigte man stolz das Tanklöschfahrzeug OPEL BLITZ 1948 der FF Meran. Eine historische Fotoaufnahme von 1950 zeigt die Bemühungen der Wehrmänner um Josef Mayr, Fahrzeuge und Ausrüstung, welche den damaligen Anforderungen entsprachen, aufzutreiben. Die Berufsfeuerwehr Meran wurde mit dem Jahr 1953 endgültig aufgelöst. Seit damals versieht die Freiwillige Feuerwehr Meran den Brandschutzdienst in der Kurstadt. Einige Gemeindeangestellte wurden der Feuerwehr überstellt, um deren Arbeit zu unterstützen. Am Beginn waren es zwei Stadtpolizisten, dann wurde das Personal langsam auf bis zu 10 Mann aufgestockt. Auch beim Material war man erfinderisch, so waren die zur Verfügung stehenden Hilfsmittel dürftig und machten die Wehrleute erfinderisch. Bei Verkehrsunfällen mit eingeklemmten Personen wurde zum Beispiel eine umgebaute Motorsäge als Trennschleifer verwendet. Im Jahr 1976 war man unter den ersten beim Kauf eines kompletten Rettungssatzes für technische Hilfeleistungen. Die weitere Rüstungsgeschichte der FF Meran würde den Rahmen der Geschichte allerdings sprengen und ist bei Interesse aus der Festschrift „150 Jahre FF Meran“ genauer zu entnehmen. 

VON DER HALLE ZUR FEUERWACHE
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Im Jahre 1986 konnte nach zweieinhalbjähriger Bauzeit und bei einem Einsatz von rund 3,5 Milliarden Lire die neue und moderne Feuerwache in der Leopardistraße eröffnet werden, welche die alte und nicht mehr den Erfordernissen entsprechende Halle in der Galileistraße hinter der Gemeinde ablöste. Das Prunkstück der neuen Struktur war die moderne Nachrichtenzentrale. Die Zentrale Meran übernahm von da an die Alarmierung von Feuerwehr und Rettungsdienst für den gesamten Bezirk Meran. Die Hauptfeuerwache Meran ist zugleich auch Stützpunkt für den Bezirk Meran und technisches Zentrum für den Bereich Atemschutz (Bezirksatemschutzfüllstation) und Katastrophenschutz (Bindemittel- und Materiallager). Die FF Meran ist auch heute noch in der Leopardistraße beheimatet. 

NEUZEIT
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Heute stehen 6 Angestellte der FF Meran zur Verfügung: ihre Aufgabe besteht hauptsächlich darin, die Geräte zu warten. Täglich ist von 07:00 Uhr bis 19:00 Uhr und von 19:00 Uhr bis 07:00 Uhr je ein Mann im Dienst. Die Einsätze werden aber weiterhin ausschließlich von freiwilligen Wehrmännern abgearbeitet. 
Eine weitere Besonderheit der FF Meran ist der Nachtdienst. Mindestens 3 Freiwillige sind dabei jede Nacht (19:00 bis 7:00 Uhr) in Bereitschaft im Gerätehaus, um eine sofortige erste Ausfahrt immer zu gewährleistet. 

Heute gilt die FF Meran als einsatzstärkste Freiwillige Feuerwehr in Südtirol, wobei der Kommandant Alfred Strohmer, gleichzeitig auch beauftragter Kommandant der Ortswehren Untermais, Obermais, Gratsch, Labers und Freiberg gegenüber der Gemeindeverwaltung ist. Als Abschnittsinspektor vertritt der ehemalige Kommandant Karl Gamper zudem den Abschnitt im Bezirksfeuerwehrverband Meran.

Damit das Hilfeleistungskonzept der Stadt noch besser durchgeführt werden kann, versehen in den Sommermonaten Mai bis August jeden Sonn- und Feiertag mindestens 6 Mann (4 FF Meran + 2 FF Gratsch) einen Bereitschaftsdienst im Gerätehaus. Hervorragend bewährt hat sich dabei die Unterstützung der Wehrmänner aus Gratsch, welche überhaupt sehr intensiv mit der Meraner Wehr zusammenarbeiten. Auch das Gefahrgutkonzept für jegliche chemische Einsätze im Bezirk Meran, fußt auf die Zusammenarbeit aller sechs Wehren von Meran.

Damit die Bevölkerung Merans auch weiterhin bei Schadensereignissen immer auf die fachliche und schnelle Hilfe der Feuerwehr rechnen kann, bedarf es vieler Stunden, welche die freiwilligen Wehrmänner bei theoretischen und praktischen Schulungen, Einsätzen, Bereitschaftsdiensten usw. opfern.

Für das Verständnis der Ehefrauen bzw. Freundinnen sowie den Familienangehörigen sei an dieser Stelle entlang der gesamten Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Meran genau so gedankt, wie den Bürgern, die unsere Wehr finanziell unterstützen, damit wir besser helfen können.